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Mit dem Advanced Manager Android Apps auf BlackBerry 10 und PlayBook im Griff

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Android-Apps lassen sich für viele Nutzer eines BlackBerry 10 – Smartphones und PlayBook nicht wegdenken. Denn für manche Aufgaben gibt es keine brauchbare Alternative. Ein oft bemängelter Nachteil ist dann aber insbesondere die langsame Ausführung der Apps. Wir geben Euch einige Hinweise, woran das liegen kann.

 

Advanced App Manager in Aktion auf BlackBerry 10

 

Zunächst einmal empfielt BlackBerry Android-Entwicklern Ihre Apps komplett in Java zu schreiben, und auf das NDK zu verzichten. Mit der BlackBerry Runtime for Android des PlayBook funktionieren übrigens nur Java-Apps, während die aktuelle Runtime für BlackBerry 10 – mit Einschränkungen – auch native Android-Apps unterstützt. Bei Java basierenden Apps (übrigens sind der Großteil aller Android-Apps in Java geschrieben) erfolgt jedoch bei jedem Start einer App eine Übersetzung des Programms mit dem Just-In-Time-(JIT-)Compiler. Und das erfordert oft bereits einige Sekunden Startzeit.

 

Außerdem ist die BlackBerry Runtime for Android eine virtuelle Maschine, die zusätzlich im PlayBook OS und BlackBerry 10 – System läuft. Vergleichbar ist das beispielsweise mit VMware unter Windows und Wine auf MacOS und Linux. Auch auf dem PC laufen andere Betriebssysteme in den genannten Virtuellen Maschinen langsamer, als würden sie Standalone ausgeführt werden.

 

Es handelt sich also beim Android Player (Runtime) um ein zusätzliches Programm, das weitere Systemkomponenten in Anspruch nimmt – beispielsweise Prozessorlast erzeugt und Speicher belegt. Das virtuelle Android-System erfuhr aber seitens BlackBerry einerseits Einschränkungen, die beispielsweise der Systemstabilität dienen, aber besitzt an vielen Stellen eine Integration bzw. Schnittstellen in das BlackBerry eigene System, die nicht unbedingt so komfortabel sind, wie für Nicht-Android-Apps. Beispielsweise könnt Ihr oft nur mit anderen Android-Apps teilen und seht nur das Dateisystem unterhalb misc/Android.

 

PlayBook OS und BlackBerry 10 unterstützen neben nativen Apps und Android-Apps außerdem noch in HTML5/Webworks geschriebene Apps, die als Runtime den Browser erfordern. Außerdem bietet die AIR-Runtime des Betriebssystems auch Apps, die für Adobe AIR entwickelt wurden, eine eigene Laufzeitumgebung und eine bessere Integration in das System (entfällt ab OS 10.3.1). Die beiden letztgenannten Möglichkeiten bieten zwar keine nativen Apps (das ist an der Benutzeroberfläche oft nicht erkennbar!), aber sind meist erheblich schneller als Apps in der Android-Runtime. Dennoch sind auch diese Apps oft trotzdem noch langsamer als native Apps.

 

Das Ressourcenmanagement von QNX, auf dem sowohl PlayBook OS und BlackBerry 10 basieren, beendet nicht genutzte Programme, wenn es im Hauptspeicher eng wird. Es trifft dabei, insbesondere auf dem PlayBook (das nur 1 GB RAM besitzt) oft die Android-Runtime. Folglich dessen muß auch diese Runtime erst einmal wieder gestartet werden, wenn Ihr anschließend eine Android-App aufruft.

 

Auch direkt nach dem Start Eures BlackBerry-Devices ist manchmal die Android-Runtime noch gar nicht geladen, obwohl bereits die Oberfläche von PlayBook OS oder BlackBerry 10 zu bedienen ist. Damit dauert der erste Start einer Android-App besonders lang. Denn zunächst wird die Android-Runtime geladen und dann durchläuft die gewünschte App den JIT-Compiler. Gerade auf dem PlayBook kann das durchaus mal eine Minute dauern. Die Ursache ist aber meist nicht die Android-App selbst, sondern das langsame BlackBerry-System, das der Android-App die Umgebung bietet.

 

Manche Android-Apps bieten die Möglichkeit, „beim Systemstart zu starten“. Dazu finden sich gelegentlich im Einstellungen-Dialog der App entsprechende Schalter. Für die BlackBerry-Systeme bedeutet das, daß diese Apps zusammen mit der Android-Runtime gestartet werden – das dann natürlich noch weitere Zeit in Anspruch nimmt (auch diese Apps durchlaufen alle den JIT-Compiler beim Start…) und zusätzlichen Speicher belegt.

 

Gegen das langsame und dadurch auch stellenweise instabile Konstrukt aus BlackBerry Runtime for Android und der in Java entwickelten Apps könnt Ihr einerseits mit Rechen-Power begegnen, so wie es BlackBerry mit Quad-Core-CPU im neuen Smartphone Passport den Mitbewerbern aus dem Android-Lager nachmacht. Aber das ist bestimmt nicht das, was Ihr lesen wollt. 😉

 

Wir möchten Euch auch nicht davon abraten, generell Android-Apps zu nutzen. Denn es gibt einige Bereiche, zu denen es keine Alternative an nativen, in Webworks oder für AIR entwickelten Apps gibt. Entweder gibt es keine App für den gewünschten Anwendungsbereich, oder der benötigte Funktionsumfang wird nur einer Android-App abgedeckt.

 

Doch dort, wo sich gute Alternativen bieten, solltet Ihr darüber nachdenken, diese zu nutzen. Am schnellsten sind native Apps, die auch dem Entwickler den größten Freiraum zur Integration in das BlackBerry-System bieten. Webworks-Apps sind ebenfalls noch relativ performant. Für das sowieso nicht mehr dem Support unterliegende PlayBook kommen außerdem weiter noch AIR-Apps in Frage. Auf BlackBerry 10 laufen sie derzeit noch gut, aber BlackBerry unterstützt dies ab OS 10.3.1, das voraussichtlich Ende 2014 erscheint, nicht mehr. Vermutlich werden die meisten AIR-Apps dann als Android-Apps zur Verfügung stehen, da die Anpassung für den Entwickler erheblich einfacher ist, als performante Webworks-Apps daraus zu machen.

 

Erkennen, ob es sich um eine native App, eine in Webworks oder für Adobe AIR entwickelte App handelt, könnt Ihr übrigens kaum. Dazu müßt Ihr auf die Beschreibung des Entwicklers vertrauen. Also ggf. nachfragen. Das „Built for BlackBerry“ – Logo können, mit Ausnahme von Android-Apps, alle erhalten. Und leider auch die AIR-Apps, die ab OS 10.3.1 nicht mehr unterstützt werden und daher künftig – vermutlich – mehrheitlich als Android-Apps angeboten werden.

 

Außerdem solltet Ihr idealerweise Optionen wie „Beim Systemstart starten“ in den Einstellungen einer Android-App ausschalten. Dennoch gibt es Vielzahl an Apps, die trotzdem im Hintergrund des Android-Players laufen, und Systemlast erzeugen. Eine Hilfe, diese Apps zu identifizieren bietet die App Advanced Manager.

 

Der Advanced Manager ist selbst eine kostenlose Android-App, die damals von Handster, einer Tochterfirma des Browser-Herstellers Opera – im Auftrag von RIM/BlackBerry – neben vielen anderen tausend Android-Apps auf die BlackBerry-Plattform geholt wurde. Ob der App-Entwickler damals einbezogen wurde, ist uns unbekannt. Eine Portierung, also Anpassung an das BlackBerry-System, erfolgte wohl nicht.

 

Es erfolgte ein Repackaging. Die App bietet daher einige Menüpunkte, die auf dem BlackBerry-Systemen gar nicht funktionieren (können). Trotzdem ist sie hilfreich, um laufende Android-Tasks zu sehen. Denn gerade wer viele Apps testet, sollte zumindest mit dem Advanced Manager jene identifizieren, die Systemlast erzeugen aber gar nicht verwendet werden. So gefundene Apps solltet Ihr deinstallieren.

 

Auf dem Bild am Anfang dieses Artikels seht Ihr den Advanced Manager auf BlackBerry 10 in Aktion. Es zeigt ein BlackBerry 10 – Gerät nach dem Systemstart. Die meisten der aufgelisteten Apps müssen unserer Ansicht nach gar nicht im Hintergrund laufen. Nachdem ein Teil der Apps, da sie ohnehin nur zu Testzwecken installiert waren, gelöscht wurden, starten jetzt die verblieben Android-Apps deutlich schneller.

 

Der Android Manager bietet außerdem noch eine weitere praktische Funktion. Denn Ihr könnt Tasks, also laufende Android-Apps, auch zwangsweise beenden. Natürlich solltet Ihr die Apps grundsätzlich auf normalen Weg beenden, wenn aber eine App unerwartet im Hintergrund läuft, könnt Ihr das Gerät neu starten oder die App mit dem Advanced Manager zwangsweise beenden.

 

Natürlich wird die betreffende App vermutlich spätestens nach dem nächsten Geräteneustart wieder im Hintergrund laufen. Unserer Erfahrung nach oft bereits früher. Manche Apps muß man darüberhinaus mehrmals „killen“, bevor sie aus der Liste verschwinden.

 

Für ganz hartnäckige Fälle haltet den Finger auf die betreffende Zeile und wählt dort Detail/Force stop aus. Sinn macht so etwas, wenn eine Andorid-App Systemressourcen belegt, die anderweitig benötigt werden. Beispielsweise ist ein Update der Firmware für die Pebble Smartwatch nur mit der Original-Android-App möglich. Möchte man jedoch anschließend wieder die BlackBerry 10 – App Talk2Watch nutzen, mußten wir bereits schon einmal die Original-App zwangsweise beenden, da sie die Bluetooth-Verbindung zur Uhr belegte.

 

Laßt Euch aber bitte nicht davon irritieren, wenn auch mal die Android EMail-App, die Gallery, der Browser oder andere System-Apps von Android in der Taskliste auftauchen. Vermutlich werden die von anderen laufenden Apps indirekt aufgerufen. Deinstallieren könnt Ihr diese Apps jedoch nicht.

 

 

Advanced Manager PlayBook+BB10 (BB World)

Preis: Kostenlos

 

QR-Code Advanced Manager in BlackBerry World

 

 

Posted by Andy   @   5 Oktober 2014

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