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Priv: Auf lieb gewonnene, native BlackBerry 10 – Apps verzichten müssen

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Wer von einem Smartphone auf ein anderes wechselt, erwartet oft bewährte Apps weiter zu verwenden. Daß die Möglichkeit bei einem Betriebssystemwechsel bestehen bleibt, ist nur bei Apps gegeben, die für mehrere Plattformen angeboten werden. Aber gerade für BlackBerry haben viele engagierte Entwickler Apps entwickelt, die Möglichkeiten bieten, deren Original-Hersteller sie nicht für das Ökosystem des kanadischen Smartphone-Herstellers selbst bereitstellen wollen. Und genau auf diese Perlen muß man bei Wechsel auf das Priv verzichten.

 

Beim Einrichten meines BlackBerry Priv – Testgeräts wird mir ganz Bange zumute. Denn ein realistischer Test ist mir – mit vertretbarem Aufwand – nur möglich, wenn ich das Priv für den täglichen Einsatz einrichte. Als eingefleischter Nutzer von BlackBerry-Smartphones greife ich aber für verschiedene Anwendungsfälle auf Apps zurück, die im „Original“ nicht für BlackBerry entwickelt wurden.

 

Als Träger einer Pebble-Smartwatch habe ich die App Talk2Watch von Ben Sliwa zu schätzen gelernt. Ben arbeitet fieberhaft daran, immer die neusten Pebble-Features und -Gerätemodelle in Verbindung mit BlackBerry 10 nutzbar zu machen. Auf dem Priv wird sie durch die Original-Pebble-App ersetzt werden müssen.

 

Auch unsere Deutsche Bahn hält es nicht für nötig, dem ebenso zahlenden BlackBerry-Benutzer den selben Anwendungskomfort zu bieten, wie anderen Nutzern von Smartphones. Dank dem unermüdlichen QtHelex, der mit Railroad Germany eine tolle App zur Verbindungssuche entwickelt hat, kann der BlackBerry 10 effektiv Reisen mit Bus und Bahn planen. Auch seine nativen Apps, mit dem er neben der Bahnauskunft und andere beliebte Internet-Dienste auf BlackBerry 10 brachte, laufen nicht auf dem Priv. Somit wird Railroad Germany durch den DB Navigator ersetzt werden müssen. Der würde zwar auch auf BlackBerry 10 laufen, hat mir aber bereits dort nicht zugesagt.

 

Bei der Suche nach Restaurants, Kinos und vielem anderem, gebe ich WhereIs…? von Sven Ziegler auf BlackBerry 10 den Vorzug gegenüber beispielsweise KlickTel, die nur eine Android-App anbieten (und selbst die mittlerweile aus der BlackBerry World zurückgezogen haben). Klar, auch Android-Apps sind von BlackBerry prinzipiell gewollt (ansonsten gäbe es die Runtime nicht), aber das native Look&Feel von BlackBerry 10 bietet aber eben WhereIs…?. Da auch WhereIs…? extra für BlackBerry 10 entwickelt wurde, ist es somit nicht für das Priv mit Android verfügbar.

 

Auch Ekke’s Conference2Go Apps für BlackBerry 10 sind, salopp gesagt, der Hammer. Ein wunderbarer Begleiter beispielsweise durch die MobileTechConference, wie wir bereits früher berichtet haben. (Die Apps gibts jedes Jahr neu angepaßt – und kostenlos!)

 

Für die Entwickler – Hobby-Programmierer oder „kleine“ Selbstständige – ist es ein vergleichsweise hoher Aufwand, ein weiteres OS vernüftig zu unterstützen. Sie hatten es sich zur Aufgabe gemacht, Lösungen für BlackBerry zu bieten, die es dort sonst nicht gäbe. Die Apps sind vielfach „Built for BlackBerry“, und deshalb nicht ohne größen Aufwand auf andere Plattformen zu portieren. Sven war sogar bereits für das PlayBook aktiv, und mußte einige Apps für BlackBerry 10 komplett neu entwickeln, da BlackBerry damals die Basis grundsätzlich veränderte. Und nun zeichnet sich eine erneute Veränderung ab. Wie oft macht ein Entwickler das mit?

 

Auch ist es für mich befremdlich, Apps aus Google Play laden zu müssen, die ich bei BlackBerry 10 bereits vorinstalliert bekomme. Einen Datei-Manager kennt das Android des Priv nicht, so daß ich mich entschlossen habe Ghost Commander zu installieren, den ich schon lange vom PlayBook kenne. Denn auch PlayCloud gibt es nicht für Android.

 

Twitter, eine von mir am meisten genutzte App überhaupt, ist ebensowenig in Android vorinstalliert. Bei BlackBerry gehört die Original-App zur Standardausstattung. Genauso wie Docs2Go, das in Google Play nur in der abgespeckten Free-Version kostenlos ist. Sollte ich dauerhaft bei dem neuen System bleiben, muß ich bewerten, ob die Free-Version einen für mich ausreichenden Funktionsumfang bietet oder ob ich den kostenpflichtigen Premium-Key benötige.

 

Auch BlackBerry Blend, seit OS 10.3 ein wertvolles Programm, um vom PC auf das BlackBerry 10 – Smartphone zuzugreifen, vermisse ich bereits jetzt. Sicherlich wird BlackBerry in Zukunft etwas vergleichbares für das Priv anbieten, aber auch kurze Zeit auf ein gewohntes Programm verzichten zu müssen, ist schmerzhaft.

 

Da meine Aufgabenverwaltung auch auf dem geliebten PlayBook funktionieren soll, nutze ich auch auf BlackBerry 10 die App toodleTasks und den Online-Dienst Toodledo. toodleTasks gibt es auch für Android. Aber nachdem ich heute noch nicht weiß, ob Android auf Dauer mein produktives System bleiben wird, werde ich für die Android-App erstmal nicht erneut bezahlen. Solange muß die kostenlose Original-App von Toodledo herhalten müssen. Aber die ist etwas anders aufgebaut, so daß ich mich umgewöhnen muß.

 

Einzig KeePass, ohnehin Open Source – Software, die auf vielen Plattformen verfügbar ist, nehme ich weniger wehmütig mit. Daß die Anpassung für BlackBerry bei KeePassB etwas kostet, ist mit dem Mehrwert begründet, eine App im nativen Look & Feel und „Built for BlackBerry“ zu erhalten. Aber KeePassB nutzt grundlegend freien Quellcode der Community. Wer will, kann auch auf BlackBerry 10 und dem PlayBook das kostenlose KPD einsetzen. Hinter KPD verbirgt sich nichts anderes, als KeePassDroid – die KeePass-Portierung auf Android – wie ich sie nun auf dem Priv nutzen werde.

 

Danke liebe Entwickler für Eure Unterstützung für die BlackBerry – Betriebssyteme. Hoffentlich ist es nur ein Abschied auf Zeit und nicht für immer.

 

Posted by Andy   @   8 November 2015

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2 Comments

Comments
Nov 8, 2015
13:18
#1 Mario :

Das würde mir mit einigen Apps auch so gehen. Am meisten würde ich wohl die von mir genutzte Twitter-App Blaq vermissen.
Eine große Umstellung wäre auch die nicht vorinstallierten Produktivitäts-Apps, die das von dir genannte DocsToGo oder ein Filemanager. Aber selbst so profane Dinge wie einen Taschenrechner muss man unter Android oder iOS ja erst selbst nachinstallieren.

Nov 8, 2015
17:57
#2 TomSen :

Ich hoffe das für 2016 Geräte mit OS10 geplant sind!!!!!

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