Standort-basierte Dienste sind der neue Hype. Man sieht sofort, ob Freunde in der Nähe sind, kann Rabatt-Aktionen schnell abgreifen und ab und an wird man zum Bürgermeister eines foursquare-Bereiches. Dabei sind noch viel mehr Dinge möglich, wenn der BlackBerry seinen Standort kennt. Mit „LittleBrother” definiert man sich eigene Regeln, um an unterschiedlichen Orten bestimmte Aktionen auszuführen. So ist es möglich, automatisch das WLAN zu aktivieren, wenn man zu hause ist und eine Email zu verschicken, wenn man auf der Arbeit ankommt. Erlaubt man „LittleBrother” den Zugriff auf das foursquare- oder facebook-Konto, dann checkt man sogar automatisch ein. Und das bei minimalem Stromverbrauch. Klingt fantastisch, nicht wahr? Was steckt dahinter?
Preis: kostenlos
Statt GPS nutzt „LittleBrother” die ID der Telefonmasten. In einer großen Datenbank sind alle Standorte der Masten gelistet. Ein kurzer Blick über die Internetverbindung verrät, wo sich der BlackBerry befindet. Durch die Signalstärke, die umliegenden Telefonmasten und WLAN-Accesspoints wird die Bestimmung zwischen 25 km und 50 m genau. In Großstädten, wo es mehr Telefonmasten gibt, ist sie naturgemäß höher, auf dem Land geringer. Diese Ortung wird übrigens auch bei Assisted GPS (A-GPS) eingesetzt, um die Satelliten schneller zu filtern. Im Gegensatz zu GPS, wo extra geortet werden muss, fragt das Telefon ohnehin immer die Masten ab, sonst bekäme man keine SMS oder Anrufe. Dadurch ist der Stromverbrauch verschwindend gering. Und „LittleBrother” speichert besuchte Orte ab. Bei einem zweiten „Besuch” beim Telefonmasten, ist die Ortung schon ohne Internet erfolgt.
Nun definiert man sich Regeln: Wenn ich auf der Arbeit bin, dann schalte WLAN ein, sollte ich weiter als 50km von meinem Ort entfernt sein, dann schicke eine Email an meine Frau, dass ich mich verirrt habe. Und wenn ich mich auf 10 km meinem Haus nähere, dann schick eine SMS, dass schon mal die Badewanne eingelassen wird. Alles automatisch, alles ohne großen Stromverbrauch. Und wenn man weiß, dass sich der BlackBerry unerlaubt entfernt hat, kann man auch über eine Sicherheitslöschung nachdenken. Vielleicht das Killerargument ist aber die foursquare-Integration.
Sehr viel genauer lässt sich der Aufenthaltsort über WLAN bestimmen. Diese Methode ist ideal, um bei foursquare und facebook einzuchecken. Über das Menü fügt man den Ort als „foursquare-Location” hinzu, definiert, wer den Ort sehen darf, ob bei Twitter und facebook eine entsprechende Meldung veröffentlicht wird und sobald man länger als zwei Minuten in einem Bereich von weniger als 150 m verbleibt, ist man automatisch eingecheckt. So vergisst man keinen Check-In und die Belastung für den Akku ist minimal.
Speziell für Facebook kann man sich sowohl an Orten ein- als auch ausloggen.
Alle Telefonmasten werden geloggt, können später in einer KML-Datei exportiert und in Google Earth angezeigt werden.
„LittleBrother βeta” ist kostenlos in der App World erhältlich und lohnt sich auf alle Fälle. Probiert es aus und schreibt uns in den Kommentaren, was ihr davon haltet.