Wir haben uns das Interview einmal im Detail angesehen und wollen euch unsere Gedanken nicht vorenthalten: Auch wenn Gerüchte um eine mögliche Lizensierung bereits häufiger die Runde gemacht haben, klingt es heute doch etwas anders. Thorsten Heins spricht mit einer Offenheit über dieses Thema, welche für uns interessante Hintergründe haben könnte. Wir erinnern uns an die ständigen Empfehlungen entsprechender “Experten”, RIM solle BB10 doch endlich aufgeben und stattdessen auf Android oder zumindest Windows Phone setzen. Indem Heins nun Gerüchte nährt, welche in die genau gegensätzliche Richtung gehen, nimmt er auf clevere Weise den ständigen Rufen nach einer Lizenzierung Androids den Wind aus den Segeln. Dadurch dass er offenkundig mitteilt, dass es durchaus zu interessanten Partnerschaften kommen könne, wenn BB10 an ein oder zwei Hardware Hersteller lizenziert würde, bekräftigt Heins zudem unterschwellig seine vollumfängliche Überzeugung von der BB10 Plattform.
Heins gibt zu, dass RIM nicht über die Rabattlinien anderer Hersteller verfügt, welche erheblich mehr Smartphones, Handys etc. produzieren. Bereits deshalb wäre eine denkbare Alternative, dass RIM im Endeffekt nur das Grundgerüst mit ggf. 1-2 Smartphones pro Jahr stellt, die Nutzerzahlen jedoch durch entsprechende Hardware Partner (Samsung, Sony, HTC, etc.) steigen sollen. Er stellt jedoch auch klar, dass all diese Alternativen bislang völlig unsubstanziiert sind, RIM diese jedoch zumindest durch die beauftragten Wirtschaftsprüfer durchrechnen ließe.
Durch diese erneut clever gewählte Aussage liefert er, erneut unterschwellig, eine offizielle Erklärung für die seinerzeitige Beauftragung eben dieser Wirtschaftsberater, um den Gerüchten um einen geplanten Verkauf RIMs die Nahrung zu entziehen. Natürlich handelt es sich hierbei erneut lediglich um reine Spekulation unsererseits, sollten wir jedoch recht behalten, ist dies der erste Beweis dafür, dass RIMs neuer Marketingchef (CMO), Frank Boulben, seinen Job mehr als versteht.

Sollte RIM BB10 tatsächlich an andere Hersteller lizenzieren, würde dies zwar sicherlich auch Vorteile mit sich bringen, unseres Erachtens dürften die Nachteile jedoch überwiegen, weshalb wir uns diesen Schritt bisweilen kaum vorstellen können:
RIM befindet sich gerade in einer Phase, in der es sich selbst mit BB10 ein ein völlig neues Gesicht verpasst. Während RIM sich in der Vergangenheit auf einige falsche Strategien begeben hat, ist die Einführung von BlackBerry 10 Chance, aber auch Risiko zugleich. Sollte BB10 einschlagen, dürfte RIM sich mit ziemlicher Sicherheit den beiden Platzhirschen Apple und Google ein ganzes Stück annähern. Kommt BB10 nicht aus den Puschen, dürften die Investitionen in diese Plattform kaum mehr aufgefangen werden können.
RIM sollte ein gesteigertes Interesse daran haben, vollkommen allein verantwortlich für BB10 zu sein, zumindest bis ein großer Brocken des Marktes zurück erobert wurde. Sollte ein noch so namhafter Hardwarehersteller seine BB10 Geräte nicht vollständig ausgereift ins Rennen schicken, würde dies nach all der negativen Presse der vergangenen Monate und Jahre nur einem zugeschrieben werden: RIM bzw. BB10. Ein Scheitern eines Lizenznehmers kann RIM durchaus das Genick brechen. Und ein Scheitern eines solchen ist gar nicht mal so unwahrscheinlich. RIM kennt die QNX Plattform mittlerweile wie kein zweiter. RIM hat intern mit Sicherheit bereits etliche Hardwarerevisionen getestet, bis die Plattform optimal ausgerüstet war. Dies stellt zwar einen absolut gewöhnlichen Vorgang dar, bedarf jedoch zunächst einiges an Zeit, von der Entwicklung bis zur Endrevision, welche diesem Lizenznehmer dann noch eingeräumt werden müsse.
Für einen entsprechenden Erfolg MUSS BB10 allerdings innerhalb einer solchen notwendigen Zeitspanne bereits mehr als eingeschlagen sein, sodass ein entsprechender Lizenznehmer für den weiteren Zulauf an Kunden im Endeffekt nicht mehr nötig ist.
Die andere Frage ist natürlich, ob RIM überhaupt mit Apple oder Google gleichziehen muss bzw. will. Ein entspannter dritter Platz mag wirtschaftlich gesehen gegebenenfalls sogar sinnvoller sein, als in den ständigen Zweikampf an der Spitze einzugreifen, wie die fortlaufenden Klagen der beiden großen aufzeigen. Zwar geht es beiden wirtschaftlich gesehen nicht wirklich schlecht, dennoch sollte RIM sich erstmal auf andere Sachen konzentrieren. Es geht schlussendlich nicht darum, die Nummer 1 anzustreben. Vielmehr geht es ausschließlich darum, einen soliden, nicht zu geringen Marktwert zu erreichen und dann auch zu halten, woraus sodann ordentliche Gewinne resultieren sollten, um auf sicheren Beinen zu stehen, weiter in Forschung und Entwicklung investieren zu können und gegebenenfalls den ein oder anderen strategischen Zukauf finanzieren zu können. Mehr nicht.
Schauen wir schlussendlich noch kurz zur Androidplattform rüber, so wird deutlich, dass sich Samsung weitestgehend durchgesetzt hat, während die anderen Hersteller mehr und mehr dahindümpeln. Nicht auszudenken was passieren würde, wenn der Lizenznehmer in der Gunst der Kunden RIMs eigene Hardware plötzlich überrumpeln würde…So blieben RIM nur noch die Einnahmen aus der Lizenzierung von BB10 und den gehaltenen Patenten sowie aus den Servicegebühren.
Wollt Ihr das wirklich? Will RIM diese Risiken wirklich eingehen? Schreibt uns, was Ihr von einer Lizenzierung haltet…
Lizenzierung ja sofern sie Geld bringt aber NICHTS an dem gegenwaertigem Sicherheitskonzept aendert!! Ich mag keine Zweit-/Drittanbeter, welche die “Datensicherheit” gefaehrden! Des weiteren bin ich ueberzeugt, dass.RIM dies auch alleine schafft! Ich freue mich auf BB10…
Einerseits bringt Lizenzierung willkommenes Geld und eine größere Nutzerbasis, andererseits kann ein großer Hersteller wie Samsung natürlich versuchen dem ganzen seinen Stempel draufzudrücken. Wenn RIM dann nicht mitzieht oder auch so irgendetwas nicht funktioniert, das der Partner vielleicht anders macht (wie MacBerry ja auch meint), dann sehe ich schon die Gefahr, daß dann eher RIM als z.B. Samsung Schaden nimmt.
Zu dem Thema bin ich unentschlossen. Aber das müssen ja andere entscheiden. Und denen wünsche ich viel Glück.
Diese Nachricht ist mehr als erschreckend für mich. Wenn das wirklich zutrifft, dass ich ein Samsung oder Nokia kaufen muss ein BB10 zu bekommen, so sehe ich mich gezwungen RIM zu verlassen. Ich will alles aus einer Hand haben, Hard- und Software. Meiner Meinung nach tut sich RIM keinen Gefallen mit dieser Option, denn die gesamte Identität geht verloren!
abwarten das wird glaub ich nicht zutreffen weil BB10 ein Erfolg wird, es muss richtig rausgebracht werden…an die ganze Welt..
22:27
1. RIM hat gegenueber Lizensnehmern einen zeitlichen Vorteil den sie ausspielen werden RIM BB10 Geraete waeren die ersten BB10 Geraete auf dem Markt. Ein Scheitern eines Dritten haette damit kaum Effekt.
2. Durch Partner koennte RIM die Verbreitung erhoehen, das Ecosystem ausbauen und damit auch aktraktiver fuer Entwickler und Kunden machen.
3. Fuer RIM ist es wichtig das Ecosystem moeglichst schnell aufzubauen und mit den Services Geld zu machen. Zeit ist ein entscheidender Faktor.
4. RIM setzt seinen Fokus weiterhun auf das obere Preissekment, auf Firmenkunden. Der CEO sagt explizit das sie Partner suchen die das untere Preissegment, den Massenmarkt, addressieren. Eine direkte Konkurrenz waere nicht gegeben.
5. Der.Vergleich mit Android hingt weil Google nienals interesse hat (bis Moto) selbst durch Hardwareprodukte Einnahmen zu erziehlen. Android wurde auch nie lizensiert und hatte, damals, wenig Konkurrenz, Zeitdruck und bereits viele Teilnehmer mit unterschiedlichen Produktpaletten zum Start.
6. Die geringe Anzahl an Geraeten und Segmenteb die RIM bedienen kann und will sind definitiv ein Wachstumshaehmniss. Dem kann RIM entgegensteuern durch Partnerschaften und so der eigenen Plattform helfen schneller zu wachsen.
7. Durch Partnerschaften gibt RIM BB10 nicht auf. Sie haben weiterhin die Kontrolle. Es aendert sich fuer RIM selbst relativ wenig wohl aber fuer BB10 das zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz fuer Android und iOs werden koennte.