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Kommentar: BlackBerry kündigt Android-Smartphone und Update für BlackBerry 10 an

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Im Rahmen der Veröffentlichung des Quartalsergebnisses konkretisierte BlackBerry den bereits erwarteten Slider und kündigte das Update auf OS 10.3.3 an. Trotz der verbesserten Geschäftszahlen, einem neuen Gerät und den Ausblick auf eine neue BlackBerry 10 – Version, bleibt ein fader Nachgeschmack.

 

Der kanadische Traditionshersteller bestätigte am Freitag, daß das im Frühjahr auf dem Mobile World Congress angekündigte Smartphone der Form eines Sliders mit dem Betriebssystem Android auf den Markt kommt. Wie heute BlackBerry heute angab, wird das Gerät den Namen BlackBerry Priv tragen. Priv steht dabei Privacy und soll unterstreichen, daß Datenschutz eine große Rolle spielt. BlackBerry CEO John Chen stellt das neue Android-Smartphone hier in einem Video kurz vor.

 

Da BlackBerry im vergangenen Quartal nur noch 800.000 Smartphones absetzen konnte (vor einem Jahr waren es noch 2,1 Millionen), ist es nachvollziehbar, daß sie andere Wege probieren, um den Geräteverkauf anzukurbeln. Mit dem Verkauf von Android-Geräten kann das gelingen. Trotz einem großen Touchscreen wird der Slider auch eine physische Tastatur bieten, und besitzt damit ein Alleinstellungsmerkmal.

 

Aber muß BlackBerry dabei seinem eigenen OS den Rücken kehren?

 

Nein, wir haben sehr wohl vernommen, daß zeitgleich OS 10.3.3 für März 2016 angekündigt wurde. Aber warum wird der BlackBerry Community, in der bereits vor dem BB10-Launch ein Silder mit dem damals neuen Betriebssystem BlackBerry 10 sehnlichst erwartet wurde, ein solcher Gerätetyp vorenthalten? Wir hatten erwartet, daß „BlackBerry Priv“ wahlweise mit Android oder BlackBerry 10 betrieben werden kann. Technische Gründe dürften kaum dagegen sprechen. Wer also einen aktuellen Slider nutzen möchte, wechselt dann gleich zu Android, oder bleibt bei einem anderen Gerätemodell sitzen.

 

Und welche Signalwirkung wird die Ankündigung (nur) eines Android-Smartphones bei bislang überzeugten BlackBerry 10 (Groß-)Kunden haben? Unternehmen, die möglichst auf einheitliche Hard- und Software Wert legen, bekommen nun nicht nur den internen Druck Ihrer Mitarbeiter zu spüren, die oft andere OS vorziehen, sondern auch von Seiten BlackBerry. – Zumindest wenn das Geräteportfolio nicht eingefroren werden, sondern für neue BlackBerry-Geräte offen bleiben soll.

 

Was soll ein Kunde denken, wenn ihm zunächst die Vorteile aufgezeigt wurden, da Hard- und Software aus einer Hand sicherer sein sollen? Wie soll der Kunde BlackBerry heute vertrauen, wenn nun ein Android doch sicher sein soll? Wurde er damals belogen oder wird er es heute? Oder hat(te) BlackBerry (damals) einfach keine Ahnung? Wieviel Vertrauen wird mit der aktuellen Ankündigung kaputt gemacht?

 

BlackBerry hätte es auch intelligenter anstellen können: Beispielsweise den Slider „für die Massen“ mit Android angekündigt und die neuen Möglichkeiten dargestellt, aber zeitgleich mit BlackBerry 10 für gehobene Ansprüche in Bezug auf Sicherheit und Datenschutz. Damit hätten auch die anvisierten Firmenkunden weiterhin gute Argumente Ihren Benutzern gegenüber, wenn Sie weiter auf BlackBerry 10 setzen wollen.

 

Im März 2016 soll das nächste Update von BlackBerry 10 erscheinen: Version 10.3.3. Im Wesentlichen soll diese Version die Sicherheit und Geschwindigkeit verbessern. Das klingt so, als halte man BlackBerry 10 vom Funktionsumfang für vollständig.

 

Aber schaut man sich die Software im Detail an, findet man gravierende Lücken. Denn obwohl BlackBerry vorgibt sich auf Business zu konzentrieren,  kann beispielsweise BlackBerry Blend – trotz mehrerer Updates – immer noch keine vordefinierte Signatur an eine e-mail anfügen. Dabei enthalten Signaturen hierzulande oft Pflichtangaben, die Unternehmen in jedem Schriftverkehr, also auch e-mails, angeben müssen. Liest man sich durch die Foren, gibt es viele andere Wünsche der Nutzer – für zukünftige OS-Versionen.

 

Die aktuelle Situation erinnert an das BlackBerry PlayBook. Viel zu lange brauchte BlackBerry damals um die Software auf einen attraktiven Stand zu bringen. Als der kanadische Hersteller mit PlayBook OS 2.0 endlich auf einem guten Weg war, begann er mit der parallelen Entwicklung von BlackBerry 10. Die Weiterentwicklung von PlayBook OS geriet ins Stocken. Schließlich gab es ein letztes technisches Update – und dann war es vorbei mit der Entwicklung von PlayBook OS. Wer das Gerät unternehmensintern – allem Spot entgegen – beworben und verteidigt hatte, stand plötzlich alleine da. Und für Entwickler zeigte sich, daß es doch oftmals besser ist, eine PlayBook-App für BlackBerry 10 neu zu entwickeln. Mit so einem großen Aufwand haben dann doch viele nicht gerechnet.

 

Die BlackBerry Bridge – App für den Kalender hatte (in Verbindung mit OS7-Smartphones) nie gelernt, einen Wochenkalender am Montag beginnend anzuzeigen. Wer auf dem OS7-Phone Aufgaben und Notizen Kategorien nutzte, kann sie bis heute nicht über die Bridge-Apps editieren. Wahrlich businesslike ist das nicht. Auch bekam die Bridge-App nie eine Unterstützung für BBM-Gruppen. Stattdessen begann BlackBerry die Entwicklung von Blend und implementierte viele Funktionen der Bridge – aber diesmal wieder für andere Geräte. – Wobei der Kalender von Blend aktuell auch noch am Sonntag beginnt. Mal sehen, ob das jemals für Deutschland angepaßt wird.

 

Und heute? Nachdem in 2012 und 2013 mit immensen Aufwand (und Erfolg!) unabhängige Entwickler umworben wurden zunächst das PlayBook und danach für BlackBerry 10 zu entwickeln, setzt man nun den Fokus auf Android? Wiederholt sich die Geschichte noch einmal?

 

Wie oft werden sich das wohl Kunden noch bieten lassen? Gerade von einem Unternehmen, das den Fokus auf Geschäftskunden legt, sollte man neben Innovationen auch auf ein gesundes Maß Kontinuität erwarten können. Und das die Software einmal fertig gestellt wird, ohne jedesmal auf einer „Baustelle“ zu enden.

 

Was meint Ihr dazu? Teilt Eure Gedanken mit uns!

 

Posted by Andy   @   25 September 2015

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