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i’m Watch in Verbindung mit BlackBerry 10 getestet

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Smartwatches erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Anders als Hersteller bekannter Smartwatches wie der Pebble oder Samsung‘s Gear, erwähnt der italienische Hersteller i’m S.p.A. eine Kompatibilität mit BlackBerry 10. Wir haben uns angesehen, was der Hersteller damit meint und was Ihr erwarten könnt.

 

i'm Watch mit Zubehör und Karton

 

Die i’m Watch wirkt unserer Meinung nach, wie viele Smartwatches, etwas klobig. Selbstverständlich erfordert das 1,54 Zoll in der Diagonale messende Display seinen Platz. Durch die verbaute Computer-Technik ist die Uhr 1 cm dick. Gehalten wird die Uhr durch ein breites Armband aus Gummi, das auf herkömmliche Weise mit einer Dornschließe aus Kunststoff versehen ist – zumindest bei dem Modell, das uns vorlag. 11 Löcher im Abstand von etwa 5 mm sollten an jedem Arm eine sichere Befestigung ermöglichen.

 

Die Uhr ist in der Color Collection mit einem Armband in folgenden Farben erhältlich: Schwarz, Blau, Gelb, Rot, Pink und Weiß. Außerdem existiert eine Tech Collection aus Titan, auch als Special Edition sowie die Jewel Collection mit verschiedenen Ausführungen mit Gold, Silber und Diamanten. Wir berichten über das weiße Modell aus der Color Collection. An zwei Stellen prangt der i’m Watch Schriftzug und einmal auffällig „MADE IN ITALY“.

 

Links befindet sich ein Kopfhöreranschluß für einen 3,5 mm Klinkenstecker. Außerdem wird über diesen Anschluß und das mitgelieferte Kabel, das am anderen Ende einen USB Typ A – Stecker besitzt, der Akku geladen. Rechts am Gehäuse befindet sich der Ein-/Ausschalter, der auch als Zurück-Taste fungiert. Außerdem befinden sich an beiden Seiten Lautsprecher. Die i’m Watch verfügt zudem über ein Mikrofon. Der kapazitive Touchscreen besitzt eine Farbanzeige mit einer Auflösung von 240×240 Bildpunkten (220 PPI).

 

Im Inneren werkelt eine IMX233-CPU, 128 MB RAM und 4 GB Flash-Speicher. Die Smartwatch verfügt über ein Magnetometer und einen Beschleunigungssensor. Als Betriebssystem kommt das hauseigene i’m Droid zum Einsatz, das ein angepasstes Android darstellt. Die Oberfläche ist auf eine von 13 unterstützten Sprachen konfigurierbar, und unter anderem in Deutsch und Englisch. Das OS wird gelegentlich aktualisiert. Das kann einfach vom PC erledigt werden.

 

Der verbaute, nicht wechselbare, Akku besitzt eine Kapazität von 450 mAh und hält etwa 24 Stunden bei aktiviertem Bluetooth (Standby). Nach Herstellerangaben reicht sie „bei normaler Anwendung“ auch für bis zu 5 Stunden Nutzung.

 

Die i’m Watch nutzt Bluetooth-Thetering, das u.a. in Verbindung mit BlackBerry 10 unterstützt wird. Wer die Bluetooth-Funktion abschaltet, kann nach Herstellerangaben die Akkulaufzeit verdoppeln. Sinn macht das unserer Meinung nach wenig, da für viele Funktionen eine Internetverbindung per Bluetooth erforderlich ist.

 

Für eine Armbanduhr ungewöhnlich ist, daß man keinen permanenten Blick auf die Uhrzeit hat. Denn um den Akku zu schonen, wird das Display bei Nichtbenutzung abgeschaltet. Man muß also mit der anderen Hand kurz den Ein-/Ausschalter betätigen, um das Display einzuschalten. Das ist ungewohnt und unpraktisch.

 

i'm Watch Homescreen

 

Als Standardanzeige findet Ihr die Uhrzeit in Digitalanzeige, den Wochentag und das Datum in der Mitte. Darunter drei Standard-Apps für die Anrufliste (übrigens auch durch einen Wisch nach rechts erreichbar), e-mail und Kontakte. Über der Uhrzeit das Wetter und in der Statuszeile ganz oben bespielsweise den Akkustand. Nach Druck auf die Uhrzeit erhaltet Ihr ein Ziffernblatt. Zurück geht es übrigens stets durch kurzen Druck auf den Ein-/Ausschalter.

 

Nach einem Wisch nach links erreicht Ihr, vom Homescreen aus die Symbole aller installierten Apps. Ein Wisch vom oberen Rand erlaubt Euch die Einstellungen der Uhr zu erreichen und den Lautsprecher zu (de)aktvieren.

 

Die Kontakte vom Smartphone können über Bluetooth importiert werden. Dabei  findet keine regelmäßige Aktualisierung der Daten auf der Smartwatch statt, sondern Ihr müßt den Import manuell starten.

 

Dabei erfolgt der Import in Abhängigkeit von Euren Einstellungen in der Kontakte-App von BlackBerry 10. Wurden dort die Kontakte der SIM-Karte ausgeblendet, werden sie auch nicht importiert. Kontakte aus Apps wie BBM und Twitter werden ebenfalls nicht importiert. Besonders schmerzlich ist, daß auch Cloud-Konten, wie GMail und Outlook.com nicht berücksichtigt werden. Der Import lokaler Kontakte ist darüber hinaus fehlerhaft, so kann durchaus einmal ein Kontakt fehlen oder wird doppelt angezeigt. Das ist nicht akzeptabel. Ein Abgleich der Kontakte über die Cloud ist nicht vorgesehen.

 

Eingehende Anrufe werden am Display der i’m Watch angezeigt und können direkt durch Druck auf dessen Display angenommen oder abgewiesen werden. Die Uhr ist auch konfigurierbar, daß beim Schütteln der Anruf abgewiesen wird.  Anschließend kann über die Smartwatch telefoniert werden. (Anwendung ähnlich wie Michael Knight mit K.I.T.T in der Fernsehserie Knight Rider  funkte.) Der Lautsprecher bzw. die Tonqualität über Headset sind allerdings schlecht, da verzerrt. (Der Sound hat also in der Tat etwas mit Knight Rider gemein. 😉 ) Abgehende Anrufe sind von der i’m Watch ebenfalls möglich. Wahlweise über einen Ziffernblock oder über die Auswahl eines Eintrags der Kontakte-App oder der Anrufliste.

 

I’m Watch unterstützt offiziell keine SMS-Anzeige in Verbindung mit BlackBerry 10. Bei unseren Tests funktionierte das allerdings trotzdem.

 

Der Hersteller der Smartwatch verspricht, daß man keine e-mail verpaßt. Allerdings erfolgt dies nicht durch eine Weiterreichung eingehender e-mails bzw. Benachrichtigungen vom BB10-Smartphone an die i’m Watch, sondern durch eine eigene e-mail-App auf der Smartwatch. D.h. diese App ruft selbstständig neue e-mails im Internet ab. Dazu verwendet sie die Internet-Verbindung des Smartphones – und erzeugt damit zusätzlichen Traffic(!). Außerdem wird nur GMail via IMAP unterstützt. Nutzer anderer Mail-Dienste haben also das Nachsehen.

 

Damit kommen wir dann gleich zu einem weiteren Manko. Die Konfiguration vieler Apps, auch der e-mail-App, erfolgt über einen (kostenlosen) Online-Dienst mit dem Namen i’m Cloud. Dort registriert man sich und verknüpft die i’m Watch mit dem Konto, um dann die vorinstallierten Apps zu konfigurieren und auch um Zusätzliche zu kaufen. Denn im angeschlossenen i’m Market finden sich gut 120 Apps mit einer Preisspanne von kostenlos bis 2,48 Euro.

 

Der Aktualisierungsintervall zur i’m Cloud kann auf der i’m Watch konfiguriert werden. Wahlweise alle 15, 20, 30 oder 60 Minuten soll sich die Smartwatch einstellen. Leider funktionierte das bei uns extrem unzuverlässig. Zwar ist auch eine Einstellung „Manuell“ möglich, aber leider haben wir nirgends gefunden, wie ein manueller Sync angestoßen werden kann.

 

Auch die Kalender-App der i’m Watch unterstützt nur GMail, wird dazu über die i’m Cloud konfiguriert, um dann den Kalender direkt mit GMail abzugleichen. Ähnlich funktioniert es mit Twitter und der Wetter-App.

 

Um Fotos auf der Smartwatch darzustellen, benötigt man auch hierzu einen Google-Dienst: Picasa. Worin der Sinn liegen soll, ggf. hochauflösende Bilder über eine teure, mobile Internet-Verbindung zu synchronisieren, um sie dann auf einem Mini-Display anzuzeigen, kann wohl nur der Hersteller der i’m Watch beantworten. Alternativ kann auf ähnliche Weise Instagram integriert werden.

 

i'm Watch Bildergalerie

 

Auch die Musik-App konnte nicht überzeugen. Sie spielt auf der Smartwatch gespeicherte MP3-Dateien ab. Bei gerade mal 4 GB Flash-Speicher der Uhr, der für alle Apps und Daten reichen muß, ist da nicht viel Platz für eine Musiksammlung. Von einer Fernsteuerung des Mediaplayers auf dem Smartphone, kann ein i’m Watch – Nutzer nur träumen.

 

Die i’m Watch kann laut Hersteller auch über Bluetooth mit Herzfrequenzmessern, Schrittzählern und anderen Sensoren verbunden werden. Diese Anwendungsfälle haben wir nicht getestet.

 

 

Website des Herstellers

Preis: ab 199 Euro

 

 

Fazit:

Die i’m Watch enttäuschte uns im Test. Das Konzept basiert darauf, viele Informationen (nochmals) über eine mobile Internet-Verbindung aus dem Netz abzurufen, obwohl sie bereits auf dem BB10-Smartphone vorliegen. Zudem sind einige Funktionen auf die Nutzung mit Google-Diensten beschränkt. Die Synchronisation mit der Hersteller eigenen i’m Cloud ist darüber hinaus unzuverlässig und beeinträchtigt die Nutzbarkeit der i’m Watch enorm, da viele Konfigurationseinstellungen dann nicht umgesetzt werden.

 

Daß es auch anders geht, zeigt das Konkurenzprodukt Pebble. Sie ist seit kurzer Zeit auch offiziell in Deutschland erhältlich. Zuvor durfte sie, mangels fehlender CE-Kennzeichnung, nur aus EU-Ländern in die BRD importiert werden.

 

Die Pebble unterstützt zwar offiziell nicht BlackBerry, aber mit Talk2Watch vom deutschen Entwickler Benjamin Sliwa sind jedoch bereits eine Menge Funktionen von BlackBerry 10 nutzbar. Wir werden darauf in einem unserer nächsten Artikel genauer eingehen.

 

Posted by Andy   @   23 August 2014

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